Deutscher Gewerkschaftsbund

Rheinland-Pfalz/Saarland

Rechte Antworten auf die soziale Frage

Miete, Rente, Arbeitsschutz

15.08.2018 | 18 Uhr | DGB-Haus in Mainz

 

Vortag von Stefan Dietl

Die besorgniserregenden Wahlerfolge und die zunehmende Verankerung rechter Akteur*innen in der deutschen Parteienlandschaft führen unter ihren Gegner*innen zu kontroversen Debatten darüber, wie dem zu begegnen ist. Während einige darauf setzen, die rechten Akteur*innen als unsozial zu brandmarken und über ihre neoliberale Programmatik aufzuklären, verweisen andere auf die teils antikapitalistische Rhetorik führender Parteifunktionäre und warnen vor der gefährlichen Kombination aus rassistischer Hetze und sozialer Demagogie.

Um zu klären, welche Rolle die soziale Frage in rechten Parteien und Bewegungen tatsächlich spielt, untersucht Stefan Dietl die sozialpolitische Ausrichtung rechter Parteien anhand ihrer verabschiedeten Grundsatzprogramme und der vorhergehenden Debatten zwischen den verschiedenen Ausrichtungen. Dabei zeigen sich sowohl marktradikale Positionen als auch im »völkischen Antikapitalismus« verwurzelten Inhalte rechter Organisationen.

Stefan Dietl wird die aktuelle sozial- und wirtschaftspolitischen Programmatik rechter Akteur*innen vor dem Hintergrund des Kräftezerrens zwischen Marktradikalen und völkischen Nationalisten darstellen und bisherige Versäumnisse der Gewerkschaften im Umgang mit menschenverachtenden Einstellungen umreißen.

Stefan Dietl wurde 1985 im bayerischen Amberg geboren und lebt heute in Regensburg. Er arbeitet vor allem im antirassistischen und antifaschistischen Initiativen und ist seit seiner Ausbildung ehrenamtlich in der Gewerkschaft ver.di aktiv. Zur Zeit ist er unter anderem stv. Vorsitzender des ver.di Bezirks Oberpfalz und Mitglied im Landesvorstand der ver.di Bayern.

Er publiziert regelmäßig zu gewerkschafts-, sozial- und wirtschaftspolitischen Themen in der linken Wochenzeitung Jungle World. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind: Geschichte der Arbeiterbewegung und der Linken, bayerische Regionalgeschichte, Klassen- und Gesellschaftsanalyse, Militär- und Friedenspolitik, die politische Rechte im Allgemeinen und die AfD im Besonderen.